Schlechter Witterung sei Dank: Familie von Liam Brearley bei Silbermedaille im Snowboard dabei

Eine witterungsbedingte Event-Verschiebung an den Olympischen Jugend-Winterspielen Lausanne 2020 erwies sich für den kanadischen Snowboarder Liam Brearley und seine Familie als Glücksfall.

Janice, die Mutter von Liam, war untröstlich, als sie erfuhr, dass ihr Flug von Kanada in die Schweiz um mehr als einen Tag verspätet war. Liam war überzeugt davon, dass seine Mutter, seine Schwester und seine Grossmutter es nicht rechtzeitig nach Lausanne schaffen würden, um ihm am Sonntag beim Slopestyle-Event der Männer zu unterstützen.

Die lange Reise der Familie begann in Toronto. Aufgrund einer mechanischen Störung am Flugzeug mussten sie nach Montreal fliegen und 26 Stunden auf einen Anschlussflug warten.

Liam Brearley in action during the Lausanne 2020 slopestyle event | Simon Bruty for OISphotos.com

Die Familie hatte zu dieser Zeit noch keine Ahnung davon, dass der Slopestyle-Event wegen starkem Wind in Leysin auf Montag verschoben werden musste.

«Als ich am Sonntag aus dem Flugzeug stieg, wusste ich immer noch nicht, dass es verschoben wurde», sagte Janice Brearley. «Wir dachten, wir hätten den Event verpasst.»

Sie war aber rechtzeitig da, um ihrem Sohn beim Gewinn der Silbermedaille zuzuschauen.

«Wir haben es geschafft, es ist unglaublich», sagte Janice im Zielgelände und überreichte ihrem Sohn eine kanadische Flagge. «Wir sind begeistert. Mein Herz ist völlig ausser sich. Genial! Das hat alles so viele Nerven gekostet. Ich bin unheimlich stolz.»

Liam war überwältigt, als er seine Familie sah. Er holte sich mit 85,33 Punkten die Silbermedaille hinter dem überragenden Sieger Dusty Henricksen (USA) mit 96,33 Punkten.

«Ich war so froh, dass der Event verschoben wurde und meine Familie dabei sein konnte», sagte er. «Es gibt nichts besser, als ihre Unterstützung zu spüren. Für mich war die Verschiebung gestern definitiv ein Vorteil.»

Liam Brearley celebrates his silver with friends and teammates | Dylan Burns for OISphotos.com

Auch Liams 70-jährige Grossmutter Beth Brescacin war völlig ausser sich. Sie hatte ihm sein erstes Snowboard gekauft, als er 7 Jahre alt war.

«Das ist mein erstes Mal in Europa und es hätte nicht besser laufen können», sagte sie. «Es war definitiv die Reise wert. Jeden Cent. Ich kann es gar noch nicht glauben.»

Vom Olympic Information Service

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