Von Lausanne nach Gangwon : Nächste Winter-Jugendspiele in Gangwon

Die Olympischen Winterspiele PyeongChang 2018 haben das Leben von Choi Yeonu, einer Schülerin aus der Provinz Gangwon in der Republik Korea, gehörig verändert: «Ich durfte mit einem Chor bei den Spielen singen und war sehr inspiriert vom Olympischen Geist».

«Dieses Erlebnis hat mich darin bestärkt, meinen Träumen zu folgen. Mittlerweile mache ich eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin. Und ich träume davon, bei den Olympischen Jugend-Winterspielen Gangwon 2024 gemeinsam mit Nachwuchstalenten aus Nordkorea zu singen.»

Die 17-jährige Choi gehörte der koreanischen Delegation an, die der 135. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Rahmen der Jugendspiele 2020 in Lausanne beiwohnte. Dabei wurde bekanntgegeben, dass die Provinz Gangwon die nächste Auflage der Jugend-Winterspiele austragen darf.

IOC President Thomas Bach hands the Olympic Flag to Kim Sungho, Vice-Governor of Gangwon | Joel Marklund for OISphotos.com

Das IOC hatte von Beginn an deutlich gemacht, dass es das Olympische Komitee der Demokratischen Volksrepublik Korea als Partner bei der Organisation der 4. Olympischen Jugend-Winterspiele akzeptieren würde, sofern die Umstände dies erlauben.

«Die Regierungen beider koreanischen Seiten haben sich darauf verständigt, eine gemeinsame Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen anzustreben», so Park Yang Woo, Minister für Kultur, Sport und Tourismus der Republik Korea. «Die gesamte Regierung Koreas unterstützt die Idee, die Spiele mit der DRVK als Co-Gastgeber auszurichten.»

«Bei den Olympischen Spielen geht es um Frieden und Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Ländern und Athleten. Die Beziehung der beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel erlebte in der Vergangenheit einige Höhen und Tiefen. Doch bereits 2018 waren wir Zeuge davon, dass Sport ein Beschleuniger für den Friedensprozess sein kann.»

IOC President Thomas Bach talks at the Lausanne 2020 Closing Ceremony | Joel Marklund for OISphotos.com

IOC-Präsident Thomas Bach betonte einige weitere Vorteile, die Gangwon als Austragungsort mit sich bringt: «In Übereinstimmung mit den Reformen der Olympischen Agenda 2020 werden die von Gangwon 2024 vorgeschlagenen Pläne sicherstellen, dass die Olympischen Jugendspiele nachhaltig und erschwinglich bleiben. Der Vorschlag von Gangwon 2024 stärkt das Erbe von PyeongChang 2018». Bachs Worten zufolge zeigt das Interesse vieler Regionen in aller Welt, künftige Olympische Spiele bzw. Jugendspiele austragen zu wollen, dass das IOC mit seinem neuen Ansatz den richtigen Weg eingeschlagen hat. Dabei setzt das IOC auf anhaltenden Dialog, Flexibilität, Nachhaltigkeit, Vermächtnis und darauf, Projekte gemeinsam zu gestalten.

Die Bewerbung von Gangwon baut zum Grossteil auf den erfolgreichen Spielen PyeongChang 2018 auf. So sollen die bestehenden Anlagen bei den Jugendspielen 2024 erneut genutzt werden, darunter die vier Eishallen in Gangneung (für Eisschnelllauf, Shorttrack, Curling und Eishockey), das Olympic Sliding Centre sowie der Phoenix Snow Park. Das olympische Dorf der Jugend-Winterspiele wird in einem Studentenwohnheim der Universität Gangneung-Wonju eingerichtet.

«Ich denke, es ist etwas Gutes, weil ich den Athleten in Gangwon zuschauen und sie anfeuern kann», so You Young, die bei den Jugendspielen 2020 in Lausanne die Goldmedaille im Eiskunstlauf (Einzel) der Damen gewann. «Gangwon ist ein guter Ort für Olympia, auch weil es dort gutes Essen gibt. Die koreanische Küche ist wirklich hervorragend und es gibt zudem erstklassige Eisflächen.»

You Young won the figure skating women's singles gold medal in Lausanne| Dylan Burns for OISphotos.com

Seo Whi Min, Goldmedaillengewinnerin über 500 m und 1000 m im Shorttrack der Damen: «Ich bin stolz, dass wir Gastgeber der nächsten Spiele sein werden. Das ist eine sehr gute Möglichkeit für unsere Athletinnen und Athleten, sich auf höchstem Niveau mit anderen Sportlern zu messen. Viele Menschen werden die Spiele unterstützen.»

Im Mittelpunkt der Bewerbungspräsentation stand die Kooperation zwischen den beiden koreanischen Staaten. «Gangwon liegt genau in der Mitte der koreanischen Halbinsel und ist daher in zwei Regionen geteilt», so Choi Moon Soon, Gouverneur der Provinz Gangwon.

«Diese Teilung macht viele Menschen traurig. Aus diesem Grund waren die Spiele PyeongChang 2018 etwas ganz Besonderes für uns. Unsere Provinz ist von einer Konfliktregion zu einer Region des Friedens geworden. 2024 haben wir eine erneute Chance.»

Choi ist ausserdem stolz darauf, erster asiatischer Gastgeber der Olympischen Jugend-Winterspiele zu sein: «Dadurch setzt sich das Vermächtnis von PyeongChang fort.»

Dieses Gefühl von Stolz und Freude werden alle Besucher der Olympischen Jugend-Winterspiele sicherlich bestätigen können. An dieser Stelle sagen wir damit au revoir, Lausanne, und annyeong haseyo, Gangwon.

Vom Olympic Information Service

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