Junge Reporter glänzen den Olympischen Jugend-Winterspielen Lausanne 2020

Fremde haben die Schwedin Emma Holmsen rundum Lausanne in den letzten zwei Wochen mehrmals mit derselben Frage angehalten: Kommst du aus den Niederlanden? Kein Wunder, angesichts der auffälligen orangefarbenen Jacken, die sie und 14 weitere Teilnehmer des Jugendreporter-Programms bei den Olympischen Jugend-Winterspielen trugen.

Sie sind zwar nicht auf den Pisten oder auf dem Eis angetreten, aber wie alle anderen jungen Athleten werden sie am 22. Januar, zum Ende der Olympischen Spiele, ausgezeichnet. Sie wurden aus einer Gruppe von 34 Personen ausgewählt, die 2018 bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires als Gruppe vor Ort waren.

Daniel Mrazek (CZE) performs in Lausanne | Photo: IOC Young Reporters
Daniel Mrazek (CZE) performs in Lausanne | Photo: IOC Young Reporters

Der Unterschied: Anstatt als Neulinge an die Hand genommen zu werden, sind sie hier in einer manchmal chaotischen und oft herausfordernden Welt unterwegs und müssen ihre Aufgabe mit wenig bis gar keinen Hilfsmitteln meistern.

„Es ist schwieriger, das Tempo ist sehr schnell“, sagte die 24-jährige Holmsen, die vor kurzem ihr Journalismus-Studium abgeschlossen hat. „Von uns wurde eher erwartet, ein echter Reporter zu sein, kein Student.“

Die jungen Reporter sind auf Printmedien, Fotografie oder Radiojournalismus spezialisiert, Holmsen in der letzteren Kategorie.

„Man findet eine Menge selbst heraus, einfach weil man sich rund um die Uhr aus seiner Komfortzone begeben muss“, beschreibt sie.

Die Mentoren des Programms, das 2010 mit der Eröffnung der Olympischen Jugendspiele in Singapur gestartet wurde, sind angenehm überrascht, wie diese angehenden Sportjournalisten sich geschlagen haben, obwohl sie einfach ins kalte Wasser gestoßen wurden.

„Die Steigerung ist phänomenal“, freut sich Radiojournalistin Tracey Holmes. „Sie können jetzt viel selbständiger und komplett unabhängig arbeiten. Sie haben ihre eigenen Storys gefunden, sind losgezogen und haben die Geschichte eingefangen und redaktionell bearbeitet.“

„Sich auf einen Bereich zu konzentrieren, bedeutet auch, dass man mehr in die Tiefe gehen kann“, ist die Erfahrung der jungen Reporter.

„Ich konnte sogar meine Schreibfertigkeiten entwickeln. Indem ich nach interessanten Geschichten mit neuen Blickwinkeln gesucht habe, habe ich auch einen besseren Job gemacht“, beschreibt es der Niederländer Jeroen Adriaanse, 22, der die meiste Zeit in St. Moritz verbrachte, um dort Berichte für die Printmedien zu verfassen.

Fotojournalismus-Mentor Nick Didlick war ebenfalls beeindruckt, wie seine jungen Schützlinge Ratschläge umgesetzt haben.

„Ihre Leistung war für mich das Highlight dieser Olympischen Winterspiele“, so Didlick. „Es war mir wichtig, dass sie nicht nur die Aktionen und Reaktionen fotografierten. Ich wollte, dass sie nach Verhaltensmustern, interessanten Bildern suchen und das ist ihnen extrem gut gelungen.”

Japan's women celebrate winning ice hockey gold in Lausanne | Photo: IOC Young Reporters
Japan's women celebrate winning ice hockey gold in Lausanne | Photo: IOC Young Reporters

Diese jungen Reporter legen ein neu gewonnene Wertschätzung für die aufreibende Arbeit an den Tag, die mit den Olympischen Spielen einhergeht.

„Es hat mir geholfen, meine Sichtweise auf den Journalismus, seine Geheimnisse und seine Werkzeuge zu ändern“, äußert sich der 22-jährige Lucas Marinelli aus Argentinien, der sich auf Fotojournalismus spezialisiert hat. „Ich habe den Prozess hinter der Fotografie verstanden, die Analyse und die Vorbereitung, die es erfordert, und wie hart dieser Job ist. Etwas, das mir vorher gar nicht so bewusst war.”

A multi-exposure image of luger McKenna Mazlo (USA) | Photo: IOC Young Reporters
A multi-exposure image of luger McKenna Mazlo (USA) | Photo: IOC Young Reporters

Mit Blick auf die Olympischen Jugendspiele in Dakar 2022 haben die Mentoren auch dort wieder ein großes Interesse, jungen Reportern zu helfen, die sich wandelnden Anforderungen der Branche zu erfüllen, ohne das dies zu Lasten der Grundlagen des guten

Journalismus geht.

„Es reicht nicht mehr aus, einfach nur ein Fotografie-Experte zu sein“, sagte Didlick. „Man muss ein Reporter sein, der sich mit Multimedia auskennt und viele Facetten bietet. Das ist etwas, was sie hoffentlich mitnehmen werden“.

Ein gute Story ist eine gute Story und das Schwierige sind die unterschiedlichen Plattformen“, sagt Holmes. „Man erzählt immer noch nur eine Story. Es ist nach wie vor wichtig, diese großartige Fähigkeit des Storytellings mitzubringen. An diesem wesentlichen Fundament hat sich nichts geändert.“

Vom Olympic Information Service

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