Mixed-Team-Gold in der Nordischen Kombination für Norwegen «fast» entspannend

Norwegen gewann den Mixed-Team-Event in der Nordischen Kombination an den Olympischen Jugend-Winterspielen Lausanne 2020 auf so überzeugende Art und Weise, dass das Ganze fast wie ein Trainingslauf aussah.

Norwegen kam mit einem Vorsprung von 1:19.30 auf Österreich ins Ziel. Italien holte sich dank gutem Schlussspurt Bronze.

Es war kein Geheimnis, dass die Norwegerinnen und Norweger im Langlaufteil stark sein würden, die Frage war eher, ob sie sich im Skispringen eine gute Startposition rausfliegen können. Der Mixed-Team-Event umfasst sechs Athletinnen und Athleten pro Team. Die Resultate aus dem Skispringen legen die Startpositionen für die 4x3,3 km Staffel fest.

Nikolai Holmboe taking gold | Simon Bruty for OISphotos.com

Die Norwegerinnen und Norweger konnten tatsächlich bereits am Morgen auf der Schanze des Les Tuffes Nordic Centres überzeugen und gingen mit einem komfortablen Vorsprung von 12 Sekunden in die Staffel, die in Vallée de Joux ausgetragen wurde.

Der Abstand vergrösserte sich mit jedem Streckenabschnitt und als der Schlussläufer Nikolai Holmboe loslief, war Norwegen schon fast eine ganze Minute schneller als die Zweitplatzierten.

The Norwegian team show off their medals | Simon Bruty for OISphotos.com

«Wir waren sehr selbstbewusst vor dem Rennen», sagte der 17-Jährige, der Lausanne 2020 mit zwei Gold- und einer Silbermedaille verlässt. «Ich war ein bisschen nervös, aber niemand war hinter mir. Ich konnte mich schon fast entspannen. Ich weiss, dass ich im Sprint stark bin. Solange ich also beim letzten Anstieg gut positioniert bin, kann nichts schiefgehen. Ich fühle mich grossartig. Mein Ziel für die Saison war es, hier erfolgreich zu sein. Ich bin so glücklich. Das Niveau hier [an den YOG] ist sehr hoch. Ich muss noch härter trainieren. Nächstes Jahr hoffe ich auf eine Junioren-Weltmeisterschaft.»

Auch die österreichischen Athletinnen und Athleten wussten schon früh, was es geschlagen hatte.

«Norwegen hat ganz klar die besten Langläuferinnen und Langläufer», sagte Witta Luisa Walcher (AUT). «Wir haben unser Bestes gegeben und am Ende waren wir Zweite. Ich finde, diese Teamleistung lässt sich sehen.”

David Haagen, Skispringer für Österreich, fügte an: «Wir haben die Norweger auf der Schanze nicht so stark erwartet. Sie haben das echt gut gemacht. Die Bedingungen waren ziemlich fair heute. Der Wind war nicht mehr so stark wie an den Vortagen. Aber die Norweger hatten einfach ihren besten Tag heute. Wir haben das gemacht, was wir können. Ich denke, beide Nationen sind mit dem Resultat zufrieden.»

Die Ränge 1 und 2 waren also klar verteilt. Der Kampf um die Bronzemedaille war dafür umso enger.

Elia Barp of Italy takes third place | Simon Bruty for OISphotos.com

Italien hatte bis zum letzten Wechsel seine Führung auf Frankreich verspielt und lag zu diesem Zeitpunkt etwa 11 Sekunden zurück. Elia Barp (ITA) konnte aber das Blatt noch zu seinen Gunsten wenden und holte sich Bronze für Italien mit fast 9 Sekunden Vorsprung auf Frankreich.

«Beim letzten Anstieg sah ich ihn [Luc Primet, (FRA)] plötzlich vor mir und er sah so müde aus», sagte Barp. «Als ich ihn überholte, schaute er mich kurz an und sagte nur: ‹Nein›. Er konnte mir nicht mehr folgen und ihm Ziel habe ich realisiert, dass wir auf dem Podest standen. Ich bin sehr zufrieden. Wir sind auch gute Langläufer, nicht nur die Skandinavier und die Russen. Mit diesem Erfolg können wir der Welt zeigen, dass es Italien auch draufhat und in dieser Sportart bestehen kann.»

Österreich und Norwegen machten auch die Einzelwettkämpfe der Nordischen Kombination unter sich aus. Österreich gewann Gold bei den Herren und Norwegen reüssierte bei den Damen.

Vom Olympic Information Service

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