Das Vermächtnis von Lausanne 2020

Die Olympischen Jugendspiele sind, wie ihr Name verrät, in erster Linie Olympische Spiele. Es handelt sich also um ein internationales Sporttreffen auf höchstem Niveau, auf dem 1.880 junge Leute zwischen 15 und 18 Jahren aus über 70 Nationen in 8 Sportarten um Medaillen kämpfen. Aber das Konzept der YOG geht viel weiter als nur die sportliche Leistung: Es handelt sich auch um ein Treffen mit einem bildungspolitischen, kulturellen und festlichen Anspruch. Zum einen für die Athletinnen und Athleten aber auch und insbesondere für die Bevölkerung, vor allem die Jugend, unserer Region.

Lausanne 2020 hat sich ein Prinzip zum Ziel gesetzt: Den kommenden Generationen langfristig ein positives Vermächtnis zu garantieren und dabei die Nachhaltigkeit ins Zentrum des Ereignisses zu stellen, vor, während und nach den Olympischen Jugendspielen. Das Vermächtnis von Lausanne 2020 ist vielfältig: einerseits ein sportliches Erbe aber andererseits auch ein Erbe im sozialen, bildungspolitischen Bereich und in der Infrastruktur.

Das bildungspolitische Erbe

Das bildungspolitische Erbe von Lausanne 2020 schlägt sich in einer Reihe von Projekten nieder, die darauf abzielen die Studierenden und Auszubildenden der Region sowie die Schulkinder der Primar- und Sekundarschulen in den Arbeiten zur Vorbereitung und Organisation der Olympischen Jugendspiele miteinzubeziehen. Und dabei sollen sie eine aktive Rolle vor und während der Spiele einnehmen. Ganz in diesem Sinne hat Lausanne 2020 beispielsweise mit Auszubildenden an der Kreation des Maskottchens, der Piktogramme und der visuellen Gestaltung der YOG zusammengearbeitet. Die Studierenden ihrerseits waren mit der Entwicklung verschiedener Konzepte betraut, insbesondere die verschiedenen Restaurationsdienstleistungen während der YOG oder die Organisation der Unterbringung. Und last but not least, waren die Waadtländer Schulkinder intensiv an diversen Projekten beteiligt, insbesondere Radiobus, ein Schulradio, das die Möglichkeit bietet, Reportagen, Chroniken zu erstellen und Life-Sendungen zu übertragen...alles mit Blick auf die Übertragung der YOG.

Das soziale Erbe

Das soziale Erbe dekliniert sich bis in die Organisation der Spiele: ein gemeinsames Projekt, getragen von einer Unzahl an Akteuren, die alle denselben Stolz empfinden, Teil eines solchen einzigartigen und verbindenden Events zu sein. Und die Jugend kommt dabei nicht zu kurz. Lausanne 2020 überträgt ihnen wichtige Verantwortlichkeiten bei der Vorbereitung der Spiele

Das sportliche Erbe ist selbstverständlich auch überall präsent: Die Organisation der Olympischen Jugendspiele ist eine grossartige Gelegenheit, auf nachhaltige und intelligente Weise in den Sport zu investieren, gleichermassen im Breitensport als auch im Leistungssport. Zu diesem Zweck arbeitet Lausanne 2020 eng mit Swiss Olympic, den nationalen und internationalen Sportverbänden sowie den verschiedenen regionalen Akteuren im Sport zusammen, um Projekte auf die Beine zu stellen, die der Entwicklung des Schweizer Sportes dienen.

Das Vermächtnis der Infrastruktur

Wenn die Sprache auf die Olympischen Spiele kommt, egal ob Jugendspiele oder traditionelle Spiele, so dreht sich das Gespräch sehr oft um die benötigte Infrastruktur, die damit einhergeht. In dieser Debatte vergisst man häufig, das Hauptelement, warum intelligente Infrastrukturen wünschenswert sind: Die positiven Auswirkungen auf das Leben der Gemeinschaft, die diese nach dem Beenden der Spiele nutzen wird. Bisher ermöglicht Lausanne 2020 insbesondere die Entwicklung von fünf grossen Sportprojekten:

Als erstes der beschleunigte Bau der neuen Eishalle von Malley (9.700 Plätze), die während der YOG und dann anschliessend vom Lausanne Hockey Club sowie vom Breitensport genutzt werden wird. Knapp vier Monate nach den Olympischen Jugendspielen wird dort unter anderem die Eishockey-Weltmeisterschaft ausgetragen werden.


Zweitens wird der Wintersportort Les Diablerets, Austragungsort der Wettkämpfe im Ski Alpin während der YOG, ebenfalls nachhaltig von der Veranstaltung, mit der Installation einer neuen Seilbahn, Arbeiten zur Verbesserung der Winter- und Sommeraktivitäten und, nicht zu vergessen, dem Ausbau einer neuen Skipiste, die nun den Normen des Internationalen Skiverbandes (FIS) entspricht, Nutzen ziehen.


Drittens wurden die Installationen der Gemeinde Leysin, wo die Wettkämpfe im Ski Freestyle und Snowboard stattfinden werden, ebenfalls aufwendig renoviert, wovon die kommenden Generationen profitieren werden: die Eröffnung eines Snowparks gemäss den Normen des Internationalen Skiverbandes (FIS).


Viertens hat das Abhalten der YOG die Unterzeichnung eines grenzüberschreitenden Abkommens zwischen dem französischen Departement Jura und den Schweizer Mannschaften im Ski Nordisch ermöglicht. Das Abkommen ermöglicht letzteren für die kommenden zwanzig Jahre die Nutzung der renovierten Installationen von Prémanon (FRA), wo die Wettkämpfe im Skisprung, Biathlon und der nordischen Kombination stattfinden werden. In derselben Region, dem Vallée de Joux, haben die Spiele eine Wiederbelebung der nordischen Disziplinen beigetragen.

Und schliesslich haben die Olympischen Jugendspiele die Entwicklung des Short Tracks (Eisschnelllauf über Kurzstrecke) sowie dessen Förderung in der Westschweiz ermöglicht und ihn damit dauerhaft etabliert.

Ein weiteres Erbe verdient es, erwähnt zu werden: das Wohngebiet des Olympischen Jugenddorfes von Lausanne, , das berühmte ellipsenförmige Gebäude "Vortex", das sich auf dem Campus der Universität Lausanne befindet. Gebaut um während der YOG 1.880 Athleten in 712 Zimmern und Wohnungen zu beherbergen, wird das "Vortex" nach den Spielen in Studentenunterkünfte umgewandelt werden, die die Universität dringend benötigt.

Lausanne 2020 hat sich zum Ziel gesetzt, ein Event zu schaffen, das seine Zeit und seine Generation prägen wird, nicht nur weil es Gelegenheit ist, die positiven universellen Werte der Olympischen Bewegung mit der Jugend der Welt zu feiern, sondern auch weil es in einer langfristigen Vision für das Gastgeberland verankert wurde.