Haben Sie das gewusst? Lernen Sie das Skitourenrennen kennen.

Ein Neuling

Im Juli 2017 verkündete das IOK, dass das Skitourenrennen die achte Sportart im Programm der Olympischen Jugend-Winterspiele von Lausanne 2020 sein wird und so die sieben anderen olympischen Wintersportarten ergänzt.

Was sind Skitourenrennen?

Das Skitourenrennen ist ein Wintersport, bei dem die Athletinnen und Athleten auf einem verschneiten Gelände gegeneinander antreten, wobei sie sowohl Ski- als auch Bergsteigtechniken verwenden. Sie absolvieren eine Strecke mit Aufstiegen und Abfahrten mit einem Höhenunterschied von bis zu 1900 m, wobei sie mehrere Kontrollposten passieren. Der erste Skifahrer, der die Ziellinie überquert, gewinnt das Rennen. Auf einigen Streckenabschnitten müssen die Athletinnen und Athleten ihre Skier abziehen und auf dem Rucksack festgeschnallt tragen. Manchmal sind für steilere Aufstiege auf eisigen Hängen sogar Steigeisen oder andere Bergsteigwerkzeuge notwendig.

Verschiedene Disziplinen

An den YOG Lausanne 2020 werden Einzelrennen, ein Sprint und eine gemischte Staffel ausgetragen. Das Einzelrennen ist mit einem Marathon vergleichbar. Nach einem Gruppenstart legen die Rennläuferinnen und Rennläufer eine Strecke zurück, die mindestens drei Aufstiege und drei Abfahrten mit einem Höhenunterschied von bis zu 1900 m enthält. Das Rennen dauert normalerweise anderthalb bis zwei Stunden und die Athletinnen und Athleten müssen ihre Skier mindestens einmal abziehen, um einen Aufstieg zu Fuss zurückzulegen. Wie der Name ahnen lässt, ist der Sprint viel kürzer und schneller als das Einzelrennen. Der gesamte Höhenunterschied beträgt ungefähr 100 m und die schnellsten Läuferinnen und Läufer legen die Strecke in etwa drei Minuten zurück. Bei der gemischten Staffel legen alle Mitglieder eines Teams mit drei oder vier Athletinnen und Athleten nacheinander eine kurze Strecke zurück. Wie beim Sprint ist die Staffel ein relativ schnelles Rennen, bei dem jede Strecke ungefähr 15 Minuten dauert und zwei Aufstiege und zwei Abfahrten enthält.

Top-Ausrüstung

Die Skitourenfahrerinnen und -fahrer verwenden eine hochspezialisierte Ausrüstung. Die Skier sind normalerweise sehr leicht, um den Rucksack der Athletinnen und Athleten beim Tragen nicht unnötig zu beschweren, während die Schuhe so gestaltet sind, dass sie beim Aufstieg zu Fuss oder auf den Skiern bequem sind. Sie sind mit einem Schnellsystem für das Öffnen und Schliessen ausgestattet, damit der Schuh rasch an die jeweilige Situation angepasst werden kann. Die Bindungen sind ebenfalls verstellbar, so dass sie für den Aufstieg und die Abfahrt verwendet werden können. Unter die Skier werden für den Aufstieg «Felle» montiert, damit sie beim Hochlaufen nicht zurück rutschen. Bei einigen Rennen werden auch Eispickel, Klettergurte, Seile und Steigeisen verwendet.

Ein weltweit wachsender Sport

Der Dachverband des Skitourengehens, die International Ski Mountaineering Federation (ISMF), zählt aktuell 32 Mitgliedsvereine. Es werden Rennen auf dem ganzen Planeten organisiert, namentlich in der Schweiz, Frankreich, Nord- und Südamerika, Russland, Skandinavien, China, Südkorea und Japan, um nur einige Länder aufzuzählen. Der Kalender der ISMF umfasst einen jährlichen Worldcup und alle zwei Jahre kontinentale und Weltmeisterschaften.

Ein Gastskigebiet, das alle Vorzüge vereint

Der Wintersportort Villars-sur-Ollon, der weniger als eine Autostunde von Lausanne entfernt liegt, wurde für die Austragung der Skitourenrennen 2020 ausgewählt. Das inmitten der Waadtländer Alpen liegende Villars befindet sich auf 1300 m.ü.M. und bietet eine herrliche Aussicht auf das Rohnetal, die Dents du Midi, das Mont-Blanc-Massiv und sogar den Genfersee. Das Skigebiet ist mit Gryon und Les Diablerets verbunden und umfasst 125 Pistenkilometer, drei Snowparks, 44 km Langlaufloipen, Schlittelpisten und zahlreiche Winterwanderwege. Villars war Gastgeber der Schweizer Skitourenmeisterschaften in den Jahren 2015 und 2017.