Russlands Eishockey-Team nicht zu stoppen: Souveräner Finalerfolg gegen die USA

Russland war eine Nummer zu gross und letztlich zu stark und zu clever für die Mannschaft der USA. Im Finale des Eishockey-Turniers der Herren zeigte sich am Mittwoch einmal mehr die Dominanz des russischen Teams.

Talisman Matvei Michkov erzielte beim 4:0-Erfolg des neuen Jugend-Olympiasiegers gegen die USA gleich zwei Treffer. Damit schraubte er sein Torekonto bei den Olympischen Jugend-Winterspielen Lausanne 2020 auf neun nach oben. Russlands Übermacht auf dem Eis wird auch durch das herausragende Torverhältnis von 29:3 in vier Spielen deutlich.

Die Zahlen sprechen also für sich.

Russia celebrate with their gold medals |Thomas Lovelock for OISphotos.com

«Physisch waren wir etwas stärker. Daher wollten wir unseren Gegner immer unter Druck setzen», so Michkov, der das Turnier als Torschützenkönig beendet. Ein weiterer Erfolgsgarant war seiner Meinung nach das Verhältnis bei den Strafzeiten. Die US-Amerikaner kassierten gleich sechs Zeitstrafen, Russland nur eine.

«Disziplin spielt eine wichtige Rolle», so Michkov weiter. «Wir haben heute auch wegen unserer Disziplin und unserem Teamgeist gewonnen.»

Die USA begannen die Partie höchst aggressiv und wollten zeigen, dass sie keine allzu grosse Ehrfurcht vor dem Gegner hatten, der Finnland im Semifinale noch mit 10:1 geschlagen hatte. Doch die russische Mannschaft stand eng und kompakt auf dem Eis und liess den USA keinen Raum für ihr schnelles Offensivspiel.

Als die Leidenschaft der US-Amerikaner in Undiszipliniertheiten mündete, schlug Russland dann eiskalt zu. So fiel der erste russische Treffer, als Frank Nazar eine 90-sekündige Zeitstrafe absitzen musste.

«Das erste Drittel war richtig gut. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt und dann zugeschlagen, als wir in Überzahl waren», so Russlands Kapitän Ivan Miroshnichenko.

Als seine Mannschaft erneut in Überzahl den zweiten Treffer erzielte und Mitte des zweiten Drittels auf 3:0 erhöhte, war die Messe gelesen.

«Sie sind grossartige Eishockey-Spieler. Sie arbeiten sehr hart und spielen ein aggressives Forechecking», so US-Kapitän Jimmy Snuggerud respektvoll über die herausragende Defensivleistung der Russen.

Sein Torhüter Dylan Silverstein, der im Finale bemerkenswerte 22 von 26 Schüssen parierte, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von den neuen Champions: «Wir haben das erste Mal gegen sie gespielt. Sie haben das Match an sich gerissen. Ein tolles Team, sie haben eine grossartige Leistung gezeigt.»

Im Kampf um die Bronzemedaille legte Kanada einen Traumstart nach Mass aufs Eis und führte nach drei Spielminuten bereits mit 2:0. Im Anschluss hatten die Ahornblätter das Match über weite Strecken unter Kontrolle. Spannend wurde es jedoch noch einmal im dritten Drittel, als Finnland auf 2:3 verkürzen konnte. Doch in den Schlusssekunden schlug Team Kanada noch einmal zu und gewann am Ende mit 4:2.

Herausragender Akteur bei den Nordamerikanern war Stürmer Cedrick Guindon: Zunächst brachte der 15-Jährige sein Team nach dem wohl spektakulärsten Spielzug der Partie in der 10. Minute des ersten Drittels mit 3:0 in Front. Und als die Finnen im letzten Spielabschnitt noch einmal alles nach vorn warfen, um doch noch den Ausgleich zu erzielen, machte er mit seinem Treffer zum 4:2 den Deckel auf die Partie.

Matvei Merkulev shoots at goal | Thomas Lovelock for OISphotos.com

Anschliessend konnten die Feierlichkeiten bei Team Kanada beginnen. «Es fühlt sich richtig gut an», so Guindon. «Die Niederlage im Halbfinale [1:2 gegen die USA, Anm. d. Red.] war hart. Doch wir haben den Fokus schnell auf diese Partie um Platz drei gelenkt. Wir sind das Spiel angegangen, als sei es das grosse Finale.»

Finnland blieb nach spannenden 45 Minuten nur der undankbare vierte Platz. Dennoch war Verteidiger Elmeri Laakso, zweifacher Torschütze im Spiel um Platz 3, stolz auf die Leistung seines Teams – vor allem nach der heftigen 1:10-Niederlage im Semifinale gegen Russland.

«Wir haben uns zu gestern enorm gesteigert. Das war das Wichtigste. Kanada ist eine der besten Mannschaften der Welt und ihre Offensive hat sehr hohe Qualität.»

Vom Olympic Information Service

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