„Ihr seid Vorbilder für die Jüngeren”, so der Rat früherer Olympiasieger an die YOG-Stars

"Gib nicht auf, fokussiere dich auf deine Leistung, nicht auf das Ergebnis, pflege immer auch Interessen außerhalb des Sports und denke daran: Du bist ein Vorbild."

Ein einfacher Ratschlag für die Teilnehmer der Olympischen Jugendwinterspiele Lausanne 2020, aber unschätzbar wertvoll, wenn er von den Siegern stammt, die das selbst alles erlebt und geschafft haben.

Kikkan Randall (USA), Emma Terho (FIN), Sandro Viletta (SUI) und Thomas Bach (GER) fesselten ein aufmerksames Publikum aufstrebender Sportstars, als sie am Montagabend ihre erlernten Lektionen kundgaben: 13 olympische Spiele, 3 Goldmedaillen und unzählige Stunden in den Sporthallen der Welt sind eine gute Schule.

„Wenn die Versuchung groß ist, nachzugeben oder aufzugeben oder wenn du nicht daran glaubst, das ist der Moment, indem der Kopf umschaltet, du über die Arbeit nachdenkst, die du reingesteckt hast, dir selbst eine Perspektive schaffst und die „Warum eigentlich nicht“-Einstellung bekommst. Warum nicht dafür kämpfen, weil du nie wissen kannst, was passieren wird“, beschreibt es Randall.

Kikkan Randall and Thomas Bach at the Chat with Champions event | Dylan Burns for OISphotos.com

Und sie muss es wissen. Die inzwischen 37jährige verbrachte mehr als 15 Jahre damit, ihre Gedanken und ihren Körper dem Skifahren quer durchs Land zu widmen, bei ihren fünften und letzten Olympischen Spielen gewann sie das lang ersehnte Gold.

Diese Hingabe erfordert frühmorgendlichen Einsatz, etwas, mit dem Bach, Teamchampion in Montreal 1976 und aktuell Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), immer gehadert hat.

„Ich hatte viele Momente, in denen ich aufhören wollte“, so Bach. „Jedes Mal, wenn ich früh am Morgen, so gegen 5 oder 6 Uhr zum Training musste, dachte ich, das ist das letzte Mal.“ „Ich war nie ein früher Vogel und bin es auch heute noch nicht.“

„Dann realisiert man sich an einem bestimmten Punkt, dass die Trainingseinheiten am erfolgreichsten sind, zu denen du nicht hingehen möchtest. In denen machst du den größten Fortschritt.“

Für Bach war es die Unterstützung der Teamkollegen und ein charismatischer Trainer, die ihm durch diese dunklen Stunden halfen. Alle vier Olympiasieger waren sich einig, dass die Inspiration von möglichst vielen Quellen kommen muss.

Die bescheidene Randall muss es wissen; sie inspirierte Millionen Menschen. Nach dem märchenhaften Ende ihrer Karriere mit einem Mannschafts-Gold im Sprint, 2018 in Pyeongchang, wurde bei der US-Athletin Brustkrebs im 2. Stadium festgestellt. Danach folgte die monatelange Behandlung und endlich im letzten Jahr die Diagnose, dass alles in Ordnung ist. Ganz im Stil ihrer gesamten Sportlerkarriere absolvierte sie danach den New York-Marathon.

Chat with Champions event at the Youth Olympic Village | Dylan Burns for OISphotos.com

„Wenn ich an meine Leistungen zurückdenke, war es die Belohnung der Anstrengung, das ist der Moment, der mir in Erinnerung bleibt“, so Randall. „Die Medaillen und Auszeichnungen waren wirklich aufregend, aber ich wusste, ich gab alles, was ich hatte.“

Terho, der als 16jähriger in Nagano 1998 Finnlands jüngster Olympiamedaillengewinner wurde, beschrieb, dass man nie zu jung ist, um sein eigener Held zu sein.

„Wenn du etwas sehen kannst, von dem du träumen kannst, dann motiviert das. Ihr Kids, Ihr seid Vorbilder für die Jüngeren“, so der fünfmalige olympische Eishockeyspieler. „Die Leute sehen euch, sie schauen zu euch auf.“

Das Abschlusswort geht an einen der Helden hinter den Kulissen von Lausanne 2020. Auf die Frage, ob ein Leben, das dem Sport gewidmet ist, es wirklich wert ist, trotz all der Opfer, die man erbringen muss, antwortete Bach ohne zu zögern:

„Auf jeden Fall! Ein normales Leben ist langweilig.“


Vom Olympic Information Service

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