Einfache Erfolgsformel beschert der Schweiz Gold im Ski-/Snowboardcross-Teamwettbewerb

Robin Tissieres führte das Schweizer Team am Dienstag zu einer weiteren Goldmedaille bei den Olympischen Jugend-Winterspielen Lausanne 2020. Nach dem Triumph der Eidgenossen im Ski-/Snowboardcross-Teamwettbewerb lüftete er das Erfolgsgeheimnis, das der Gastgebernation bei den diesjährigen Spielen einen derartigen Goldregen bescherte: Überzeugung, die richtige Einstellung und sorgfältige Planung.

«Ich habe mich zwei Jahre lang auf die Jugendspiele vorbereitet. Mein Leben hat sich komplett verändert», so Tissieres. Zuvor hatte er mit Team Schweiz die Goldmedaille im neuen Ski-/Snowboardcross-Teamwettbewerb vor Russland und Deutschland gewonnen. «Es ist erstaunlich, wie ehrgeizig wir in den letzten beiden Jahren gearbeitet haben.»

Der Schweizer Triumph bei dem actiongeladenen, sportartübergreifenden Cross-Event bescherte den Gastgebern die fünfte Goldmedaille am fünften Wettkampftag im Villars Winter Park und die neunte Goldmedaille bei diesen Jugendspielen insgesamt. Für Tissieres kommt dieses Ergebnis alles andere als überraschend.

«Die Olympischen Jugendspiele stehen schon sehr lange im Fokus. Alle haben sich riesig darauf gefreut», so der 17-Jährige. «Es war ein Ziel, auf das sehr viele Leute hingearbeitet haben.»

«Im Training hat sich nicht viel verändert, in meinem Kopf hingegen schon. Mich haben sehr viele Menschen unterstützt und ich habe gemerkt, dass ich es schaffen kann. Und wer es zu den Jugendspielen schafft, der kann alles erreichen.»

Robin Tissieres (SUI, red bib) in action | Dylan Burns for OISphotos.com
Robin Tissieres (SUI, red bib) in action | Dylan Burns for OISphotos.com

Das frenetische Publikum in Villars wurde jedoch gehörig auf die Folter gespannt, ehe es das siegreiche Team aus der Schweiz endlich bejubeln konnte.

Im Finale hatte die Schweiz vor dem letzten Starter bereits einen grossen Vorsprung auf das zweitplatzierte russische Team herausgefahren. Doch dann unterlief Tissieres ein Fehler und es vergingen bange Minuten, ehe die Offiziellen die kombinierten Zeiten beider Nationen ermitteln konnten. Letztlich siegte die Schweiz hauchdünn vor Russland.

«Das Feeling war heute von Anfang an grandios. Im Team, unter den Zuschauern, bei allen», so Anouk Dörig aus dem Schweizer Siegerquartett.

Die Silbermedaillengewinner aus Russland traten im Finale übrigens gegen zwei Landsleute an: Ekaterina Lokteva-Zagorskaia und Artem Bazhin gingen zusammen mit Maria Shcherbakovskaya aus Israel und Noa Coutton-Jean aus Frankreich in einem gemischten Team an den Start.

«Für mich war es angenehm und ziemlich entspannt», gibt Lokteva-Zagorskaia nach Platz 4 mit dem gemischten Team zu. «Ich freue mich sehr, dass Russland die Silbermedaille gewonnen hat. Auch wenn ich selbst keine Medaille in den Händen halte, so haben zumindest mein Land und meine Teamkollegen gewonnen. Ich komme aus Russland, daher fühle ich mich auch ein bisschen als Siegerin.»

Die Ski- und Boardercrosser aus Deutschland zeigten sich nach dem Gewinn der Bronzemedaille überglücklich. Zuvor hatten sie sich dank einer starken Teamleistung durch das Viertel- und das Halbfinale gekämpft.

«Dieser Wettbewerb macht am meisten Spass, weil man als Team antritt», so Niels Conradt, der am Montag im Snowboard-Cross der Herren bereits die Silbermedaille gewann. «Wir haben uns den ganzen Tag über gegenseitig gepusht. Es waren tolle 24 Stunden.»

Vom Olympic Information Service

Folgen Sie OIS auf Instagram, Facebook und Twitter