Schweden verwehrt es den Schweizern, die Slalompiste zu beherrschen

Nach sechseinhalb Stunden Action und 254 Slalomläufen machten Adam Hofstedt und Emma Sahlin am Dienstag kurzen Prozess, indem sie für Schweden die Siegerpodeste der Slalomdisziplin für Herren und Frauen in Beschlag nahmen.

Das Paar schloss die blau-gelbe Übernahme im Les Diablerets Alpinezentrum stilvoll ab: Hofstedt gewann mit 1,32 Sekunden und Sahlin landet als eine von drei Schweden in der Top 5.

Hofstedt schaute seiner Teamkollegin gebannt zu, wie sie ihre erste Alpine-Goldmedaille der Olympischen Jugend-Winterspiele erzielte, bis er realisierte, dass auch er noch einen Job zu erledigen hatte. „Ich unterstützte Emma, aber als ich dann meine Skier zum zweiten Mal anschnallte, war ich wirklich nervös“, gestand Hofstedt.

Er führte mit 0,73 Sekunden nach dem ersten Durchlauf und wusste glücklicherweise, wie er sich beruhigen konnte.

„Ich habe tief durchgeatmet und über meine Technik nachgedacht“, sagte er. „Mein größtes Problem beim Slalom ist, dass meine Skier zu weit auseinander stehen, also habe ich auf dem Weg nach unten nur daran gedacht.“

Es hat funktioniert. Der Schwede endete im Kombi-Ergebnis mit 1 Minute und 16,10 Sekunden vor Luc Roduit (SUI), der sich Silber sicherte und dem Italiener Edoardo Saracco mit Bronze.

„Es macht Spaß, die Farbe der Medaille zu wechseln“, freut sich Roduit, der im Super-G und Riesenslalom Bronze geholt hatte.

Es war die vierte olympische Medaille für das Schweizer Alpineski-Team und Roduit verriet das Geheimnis ihres Erfolgs.

„Unsere spezielle Rennvorbereitung ist es, Call of Duty auf unseren Handys zu spielen“, so Roduit. „Wir spielen alle drei miteinander, vor jedem Rennen.“

Für den Bronzemedaillen-Gewinner Saracco war der Schlüssel zum Erfolg etwas einfacher.

„Ich kann sie jetzt anrufen und ihr sagen, dass sie gut war, aber ich besser bin“, freute sich der Italiener und bezog sich damit auf seine Schwester Carlotta Saracco, die 2016 beim Slalom der Frauen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer Fünfte wurde.

https://www.lausanne2020.sport/en/news/ski-alpin/italian-alpine-skier-saracco-banking-on-sibling-rivalry-to-propel-him-to-yog-glory

Da seine Schwester an einem anderen Wettbewerb teilnahm und sein Vater das italienische Herrenteam der Weltmeisterschaft trainierte, konnte Saraccos Familie seinen Erfolg in Lausanne nicht live verfolgen, und für Sahlin sah die Situation ähnlich aus.

„Meine Eltern kamen gestern aus Schweden, nur für dieses Rennen, sehr gutes Timing“, sagte Sahlin mit einem Lachen, nachdem sie mit einer Gesamtbewertung von 1:29.82 den Schweizer Alpine-Läuferinnen eine dritte Olympiamedaille versagte.

„Ich habe kein Gold erwartet, aber darauf gehofft.“

Gold medallist Emma Sahlin (SWE)
Gold medallist Emma Sahlin (SWE) | Simon Bruty for OISphotos.com

Lena Volken (SUI) endete als Zweite und die Deutsche Lara Klein mit Bronze. Nachdem sie drei Tage zugesehen hatte, wie Schulfreundin Amelie Klopfenstein (SUI) zwei Goldmedaillen und eine Bronzemedaille abräumte, war Volken überglücklich den Ruhm zu teilen.

„Mein Ausscheiden im Super-G war hart, aber wir hatten die anderen Schweizer Medaillen, also war alles ok“, so Volken.

Die deutsche Lara Klein hatte eigentlich nur auf die Top 10 gehofft. „Ich aß Lasagne zu Mittag“, erzählte Klein, die das erste Rennen als fünfschnellste Läuferin abschloss. „Vielleicht hat das geholfen.“

Vielleicht die mutigste Leistung des Tages kam von Kroatiens Tvrtko Ljutic, der Fünfte bei den Herren wurde, nachdem er sich in der Nacht zuvor nicht gut fühlte.

„Ich habe den dritten Platz um gerade mal 0,13 Sekunden verpasst“, sagte er. „Meine Leistung waren trotzdem gut, weil sich erst an diesem Morgen herausgestellt hat, dass ich Asthma habe. Ich war sehr krank letzte Nacht. Ich hatte Probleme mit der Atmung und die Diagnose erst eine Stunde vor der ersten Runde vom Arzt bekommen."

Vom Olympic Information Service

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